8 Losprobier-Erfahrungen, die ich gemacht habe

Beim Losprobieren geht es nicht immer nur darum, ein bestimmtes Ziel zu erreichen. Manchmal kann man auch einfach im Alltag losprobieren und lernt dabei völlig neue Dinge. Heute berichte ich euch von 8 Losprobier-Erfahrungen die ich in den letzten Jahrengemacht habe. Über mich, über die Welt und über alles Mögliche dazwischen. Dabei handelt es sich um keine allumfassende Aufzählung, sondern einfach mehr oder weniger zufällig die Dinge, die mir spontan eingefallen sind.

Losprobier-Erfahrung No. 1: Das Telefon beißt nicht!

Sehr, sehr lange habe ich es gehasst, zu telefonieren. Ich habe es nicht nur gehasst, ich hatte wirklich Angst davor. Wenn ich irgendwo anrufen musste, stand ich kurz vorm Herzinfarkt und war meistens so aufgeregt, dass ich kaum einen Ton herausgebracht habe. Unter anderem hatte ich auch immer panische Angst davor, dass ich mich verwählt haben könnte und am Ende jemand ganz anderen erreichen würde, als ich wollte. Daher habe ich auch immer mit einem Finder „drückbereit“ auf dem roten Hörer telefoniert, falls es zum „Notfall“ kommen sollte. In so einer Situation einfach sagen „Entschuldigung, da habe ich mich wohl verwählt“? Never ever.

Ich weiß gar nicht so genau, wann meine Angst vor dem bösen, bösen Telefon nachgelassen hat. Aber es war ziemlich spät. Später, als ich das eigentlich zugeben möchte. Nur leider kommt man irgendwann in seinem Leben an einen Punkt, an dem man ab und zu mal telefonieren muss. Irgendwann wird es uncool, wenn Mama die Arzttermine ausmacht und auch sonst gibt es so Gespräche, die sollte man einfach selbst führen. Mein Workaround an dieser Stelle war es meistens, auf E-Mails auszuweichen, aber auch das ist leider nicht immer möglich. Dazu kam bei mir, dass ich in einem Telekommunikationsunternehmen gearbeitet habe und nun ja, da ist telefonieren irgendwie Alltag.

Glücklicherweise funktioniert Losprobieren sogar dann noch, wenn wir mehr oder weniger dazu gezwungen werden. Und so habe ich eben telefoniert. Immer öfter. Irgendwann haben dann langsam auch die Anfälle von Panik nachgelassen, sobald ich einen Telefonhörer in die Hand nehmen musste. Und jetzt? Jetzt habe ich mich schon mehrfach dabei erwischt, dass ich lieber irgendwo anrufe, statt erst umständlich eine Mail zu schreiben. Ups.

Losprobier-Erfahrung No.2: Von Nichts kommt Nichts

Irgendwie tendieren Menschen wohl dazu, Dingen aus dem Weg zu gehen, die viel Aufwand bedeuten. Kaum gibt es irgendwo ein etwas komplexeres Formular zum Ausfüllen oder muss irgendwo ein Zertifikat eingereicht werden, ein Führungszeugnis beantragt werden, ein Telefonat geführt werden, etc. scheint uns der Berg auf einmal unüberwindbar groß und wir geben auf.

Auch ich war schon öfter an solchen Punkten. Fragt mich lieber nicht, wie lange meine To-Do-Liste war, bevor ich nach Indien gegangen bin. Alleine die ganzen Arztbesuche für die Impfungen haben eigentlich schon ausgereicht, um mich schreiend davonlaufen zu lassen. Warum habe ich es dann trotzdem gemacht? Weil das Ergebnis es wert war.

Ein mehr alltägliches Beispiel? Die Steuererklärung. Ja, natürlich ist das kompliziert und nervig und eigentlich hat man nicht so richtig Lust dazu. Aber wenn ich meine Steuerrückzahlungen aus den letzten Jahren gegen den dafür anfallenden Aufwand rechne, dann komme ich da auf einen Stundensatz, von dem ich als Angestellte nur träumen konnte. Klar ist diese Rechnung nicht ganz sauber, aber ihr versteht, was ich meine, oder?

Ich jedenfalls habe gelernt, wenn mich der Aufwand überwältigt, immer erst auf den Nutzen zu schauen, bevor ich aufgebe. Denn meistens ist das Ergebnis den Aufwand wert, egal wie übertrieben er scheinen mag.

Mein Laptop mit dem VA-Kurs, daneben meine Notizen und ein Arbeitsblatt
Ein Kurs, der mir erklärt, wie ich mich als virtuelle Assistentin selbstständig machen kann? Natürlich viel Aufwand, aber den ist es definitiv wert!

Losprobier-Erfahrung No. 3: Sport kann Spaß machen

Ich würde mich nicht als einen besonders sportlichen Menschen beschreiben. In der Schule habe ich Sport gehasst und es war tendenziell immer eine der schlechteren Noten in meinem Zeugnis. Es gab da diese eine Ausnahme: Ich habe schon immer leidenschaftlich gerne getanzt, jahrelang auch im Verein, und damit kam ich problemlos auf mein wöchentliches Training, ohne dass ich das als solches empfunden hätte.

Allerdings bin ich nach meinem Abi nach Irland gegangen und da Gardetanz dort nicht besonders weit verbreitet ist, gab es dort auch keinen Verein, in dem ich Sport machen konnte. Und irgendwie hätte ich vermutet, dass das das Ende meiner Sportler-Karriere sein würde. War es aber nicht. Denn ich habe losprobiert und bin einfach mal zu einer Zumba-Stunde gegangen. Und dort habe ich festgestellt, dass man Tanzen auch einfach als Fitnessprogramm machen kann. Und das richtig Spaß macht.

In den letzten Jahren bin ich da immer mutiger geworden und habe immer neue Sachen für mich entdeckt. Niemals hätte ich gedacht, dass ich irgendwann mal Mitglied in einem Fitnessstudio sein und regelmäßig dort trainieren würde. Meine neueste Entdeckung sind übrigens (dank Indien und Lockdown) Onlinekurse. Da gibt es richtig gute Sachen, vieles sogar kostenlos.

Losprobier-Erfahrung No. 4: Ehrlich und authentisch kommt man meistens weiter als man denkt

Ich bin niemand, der sich besonders gut verstellen kann. Wie übrigens auch vieles andere auf dieser Liste, fällt es mir als introvertierter Mensch oft sehr schwer, aus mir herauszukommen und besonders wenn ich irgendwo neu bin und niemanden kenne, werde ich oft sehr schnell sehr schweigsam und ziehe mich immer mehr zurück.

Jetzt gibt es Situationen, in denen das als weniger vorteilhaft ausgelegt wird, wie zum Beispiel bei Bewerbungsgesprächen und Assessment Centern. Irgendwann habe ich mir angewöhnt zu sagen „Ich bin ein sehr schüchterner Mensch, aber wenn die Leute einmal besser kenne und mich wohlfühle, dann bin ich viel aufgeschlossener und offener“. Und interessanterweise hat mir das bisher überraschend viele Türen geöffnet. Wie auch Sandra schon in ihrer Losprobiert-Geschichte erzählt hat, bekam auch ich von vielen Seiten Zuspruch für meine Ehrlichkeit und Offenheit und auf einmal war es überhaupt kein Problem mehr, dass ich anfangs etwas ruhiger war.

Losprobier-Erfahrung No. 5: Ich kann das ja

Wie auch viele andere, bin ich oft angetrieben von „nicht-genug“-Gedanken. Ich bin noch nicht alt genug, um dies und das zu wagen. Ich bin noch nicht erfahren genug, um in diesem Meeting etwas zu sagen. Ich bin noch nicht gut genug, um das irgendjemandem zu zeigen.

Manchmal probiere ich aber trotzdem los und nicht selten stelle ich dabei fest: Ich kann das ja. Ich habe über ein Jahr lang ausschließlich dann gekocht, wenn ich für mich alleine war, weil ich nicht geglaubt habe, dass ich kochen kann und niemandem ein schlechtes Essen servieren wollte. Irgendwann kam es aber doch mal dazu, dass Freunde und Familie mal von meinem gekochten Essen probieren durften und siehe da: Es hat geschmeckt. Es stellt sich heraus: Ich kann kochen.

Ähnlich ging es mir auch mit Klavier spielen (das habe ich jahrelang nur gemacht, wenn mich niemand gehört hat) und auch mit sehr vielen Dingen auf Arbeit, bei denen ich irgendwann festgestellt habe, dass Kollegen mich da um Rat fragen, weil ich mich so gut auskenne.

Sarah im Urlaub auf dem Ätna - auch eine tolle Losprobier-Erfahrung
Übrigens kann ich auch sehr gut Urlaube planen. Alte Urlaubsfotos durchsuchen und ihnen in meinen Blogposts völlig willkürlich neue Bedeutungen gebn? Kann ich auch.

Losprobier-Erfahrung No. 6: Anderen geht es genau wie mir

Und da sind wir schon bei einer der wertvollsten Erfahrungen überhaupt: Anderen geht es genau wir mir. Vielleicht hast du dich ja auch schon in dem ein oder anderen Punkt dieser Liste wiederentdeckt und dir gedacht: „Krass, ich dachte, ich bin die Einzige, der es so geht“.

Nein, bist du nicht. Egal, was du gerade für Sorgen hast, was dich gerade beschäftigt, was dir Angst macht oder dich davon abhält, den nächsten Schritt zu gehen: Es gibt jemanden, dem es genauso geht wie dir. Wie ich das herausgefunden habe? Ich habe angefangen, darüber zu sprechen. Losprobiert eben.

Losprobier-Erfahrung No. 7: Es interessiert Menschen, was ich zu sagen habe

Das ist etwas, das ich vor allem durch meine Auslandsaufenthalte gelernt habe. Dort habe ich angefangen, für Familie und Freunde Rundmails zu schreiben, in denen ich von meinen Erfahrungen berichtet habe. Und irgendwie wurde die Verteilerliste immer länger und hinzu kamen neue Freunde, Freunde von Freunden, Freunde der Familie, Kollegen, entfernte Bekannte und sogar Menschen, die ich überhaupt nicht gekannt habe.

Und nicht nur das, immer öfter habe ich richtig ausführliche Antworten auf meine Mails bekommen mit Fragen, die auf echtes Interesse schließen lassen haben. In Indien war es dann auch Teil des Freiwilligendienstes, das wir einen Blog schreiben (den findet ihr übrigens hier) und auch da habe ich sehr positives Feedback bekommen. Das war auch einer der Gründe, warum ich mich letztlich getraut habe, das Losprobiert-Projekt zu starten.

Losprobier-Erfahrung No. 8: Manche Dinge kann ich auch einfach nicht

Manchmal hat man da so ein Bild im Kopf, davon, wie man gerne wäre und was man gerne können würde. Das geht mir nicht anders und das ist einer der Gründe, die mich immer wieder dazu bringen, loszuprobieren. Aber nicht immer ist dieses Losprobieren dann auch von Erfolg gekrönt. Und das ist auch völlig in Ordnung.

Vom Thema Sport hatten wir es ja vorhin schon und da gibt es diese eine Sache, die irgendwie jeder kann außer mir: Mit Bällen umgehen. Egal ob fangen oder werfen, mit dem Fuß oder mit der Hand, ja sogar, wenn es darum geht, eine Bowlingkugel zu rollen, da stelle ich mich einfach völlig dämlich an. Das einzige Ballspiel, in dem ich wirklich gut bin, ist Völkerball, denn da muss man vor dem Ball weglaufen (wenn ich allerdings einmal getroffen bin, dann ist das Spiel für mich vorbei). Da ich ja schon sehr ehrgeizig bin, hat mich das sehr lange wirklich gestört und ich habe versucht, das zu ändern. Vielleicht kann ich jetzt auch ein bisschen besser werfen und fangen als vorher, aber besonders gut werde ich darin nie werden. Punkt.

Das waren sie also, meine acht Losprobier-Erfahrungen, die mir am besten im Gedächtnis geblieben sind. Natürlich gibt es noch unendlich viele mehr und vielleicht gibt es irgendwann ja einen weiteren Post mit weiteren Erfahrungen.

Was ist deine größte Losprobier-Erfahrung? Wo hat dich das Ergebnis des Losprobierens wirklich überrascht?

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