Losprobiert-Geschichten: Als Working Mom einen Blog gründen

Für die heutige Losprobiert-Geschichte habe ich mit Giulia gesprochen. Giulia ist zweifache Mama und Personalchefin in Vollzeit. Ihre Mission ist es, anderen Working Moms zu zeigen, dass es möglich ist, Familie und Beruf glücklich miteinander zu vereinbaren, ohne dass das bedeutet, ständig im Stress zu sein und keine Zeit für sich und die Familie zu haben. Dafür teilt sie auf ihrem Blog tolle Tipps und Ideen für den (Familien-) Alltag und eine gute Vereinbarkeit, die sich selbst für mich als Nicht-Mama schon mehrfach als äußerst hilfreich erwiesen haben.

In ihrer Losprobiert-Geschichte teilt Giulia, warum sie damals mit dem Bloggen angefangen hat und wie sie auch als totaler Technik-Idiot (wie sie sich selbst bezeichnet), es geschafft hat, alles zu lernen. Außerdem verrät sie, wie es dazu kam, dass sie jetzt sogar einen Onlinekurs gelauncht hat und warum es sich immer lohnt, auf die innere Stimme zu hören. Wenn du mehr über Giulia wissen möchtest oder dich selbst von ihren Tipps überzeugen möchtest, schau gerne auf ihrem Instagram oder Pinterest-Profil vorbei.

Giulia Catana Profilbild
Giulia möchte zeigen, dass man als Mama auch gut Job UND Familie vereinbaren kann (Bildrechte: Giulia Catana)

In welchem Bereich hast du losprobiert und warum war dir das wichtig genug, dafür deine Komfortzone zu verlassen?

Ich habe 2018 losprobiert zu bloggen. Das war etwas, was mir schon sehr viele Jahre eine innere Stimme in mir gesagt hat, so ganz kann ich das auch nicht erklären, woher das kam. Aber tatsächlich war das so ein innerer Drang, weil ich von allen Freundinnen und Kolleginnen immer dazu gefragt wurde, wie ich das mache, dass es meinen Kindern und auch mir so gut geht, obwohl ich doch einen anspruchsvollen Vollzeitjob an der Backe habe.

Und das musste raus. Da war so ein Gefühl, so eine Stimme im Kopf, die mir gesagt hat, dass ich darüber schreiben muss. Jahrelang habe ich davon geträumt, dass ich schreibe. Aber ich hatte keine Ahnung: Wie schreibt man denn? Auf einem Blog?

Und dann kam die Bloggerszene wirklich gewaltig hoch. 2018 war ich schon total spät dabei. Aber wie es so der Zufall will, habe ich eine Bloggerin kennengelernt. Die hielt dann auch einen Kurs über’s Bloggen. Da habe ich gesagt: Ja, das mache ich. Und diese Bloggerin hat mir dann den nötigen A***tritt verpasst, weil sie sich meinen Blog anschauen wollte und dazu musste ich erstmal etwas machen.

Also habe ich mich tatsächlich hingesetzt und mir eine Domain zugelegt. Es gab meinen Namen, den ich wollte. Das war auch so ein Glücksgriff. Happy and Family. Denn genau darum geht es auf dem Blog. Wie man selbst, aber eben auch die Familie, glücklich bleibt.

Ja und dann habe ich mich in den Irrungen und Wirrungen von WordPress und Co. herumgedrückt und wirklich zu Beginn sehr fleißig Blogbeiträge geschrieben. Alles völlig autodidaktisch. Aber es hat Spaß gemacht. Und auch wenn alle kamen und meinten, wie ich jetzt auch noch zusätzlich bloggen kann, hat es aber einfach wahnsinnigen Spaß gemacht.

Die Komfortzone, die ich dafür verlassen habe, waren tatsächlich die Freunde, die sich alle gefragt haben, was ich da eigentlich mache. Als wäre das nicht ganz legal. „Bloggen? Du hast doch einen Job!“ – „Ja, habe ich. Aber mir macht das trotzdem Spaß“.

Und natürlich die Sichtbarkeit nach außen. Am Anfang hatte ich schon auch ein großes Problem zu sagen: „Ja, ich bin Personalchefin in einem Unternehmen“, weil mich damit jeder einfach googlen konnte. Der nächste Schritt war dann auf Instagram zu gehen und mein Gesicht in die Kamera halten. Inzwischen habe ich damit überhaupt kein Problem mehr, ich quatsche die Leute zu. Aber das war am Anfang schon … schwierig.

Was waren deine konkreten ersten Losprobier-Schritte? Wie war der Anfang für dich?

Die konkreten ersten Schritte waren erstmal, mir diese Domain zu holen. Dann mich in diese ganze Technik rein zu fuchsen und das erstmal zu verstehen, weil ich wirklich ein totaler Technik-Idiot bin. Da so reinwachsen.

Was ist überhaupt SEO? Wie schreibt man gute Texte? Beitragsbild. Da gibt es jetzt auch noch Attribute, was ist das? Der, die, das? Nein, das ist es nicht. Pinterest. Was ist das? Social Media? Nein, ist es nicht. Es ist eine Bildsuchmaschine. Hä? Was ist das?

Das waren so diese Steps. Und dann festzustellen, und das ist einfach das, was mir so Freude macht und mir so Energie gibt, dass mir das Spaß macht. Ich kann das nicht wirklich erklären. Es macht einfach Spaß.

Was waren dabei deine größten Erfolge?

Ein großer Erfolg war, als ich auf plötzlich auf Pinterest eine Million Views hatte. Und auch, als ich gesehen habe, wie die Followerzahlen auf Instagram mehr und mehr gestiegen sind. Da habe ich gemerkt, dass es die Leute wirklich interessiert, was ich zu sagen habe.

Was waren dabei deine größten Schwierigkeiten?

Vielleicht das Dranbleiben. Weil ich hatte und habe tausend Ideen.

Erstmal machst du die Seite. Dann machst du den Blog. Wenn du dies fertig hast, machst du das. Dann weißt du, wie SEO geht. Dann weißt du, wie irgendetwas anderes wichtiges geht.

Und dann beschließt du, dass du jetzt Pinterest machen musst. Und dann kommst du so in dieses Pinterest und findest es richtig cool, vergisst aber, neue Beiträge zu schreiben. Schließlich hast du für Pinterest ja noch die alten Beiträge. Ich glaube ich habe mit Pinterest angefangen, da hatte ich 40 Blogbeiträge. Da einfach die Kontinuität beizubehalten, weil es ja „nur“ ein Hobby ist.

Als nächstes kam dann Instagram. Jetzt musst du Beiträge machen. Wie geht das? Bis du da dann so die ersten Erfolge erzielst und siehst, dass du Likes und Follower bekommst. Aber da war doch noch Pinterest. Und da waren ja noch Blogbeiträge. Da kann man sich schon mal verzetteln.

Was hast du auf diesem Weg gelernt, was dich wirklich überrascht hat?

Dass, wenn ich etwas will, ich mich da reinfuchsen kann. In eine komplett neue Welt. In diese digitale Welt. Ich habe es komplett allein geschafft. Mein Logo habe ich selbst in Canva gemacht. Ich hatte keinen Webdesigner, gar nichts. Und die Seite sah tatsächlich niedlich aus, würde ich sagen. Etwas verspielt. Das ist natürlich mit der Zeit und mit Profis, die ich beauftragt habe, professioneller geworden. Aber mein Baby fand ich schon ganz schön.

Und das habe ich glaube ich gelernt: Unterdrücke diese innere Stimme nicht. Wenn es raus will, dann lass es raus und warte nicht so lange. Ich hätte schon vier Jahre vorher anfangen wollen. Irgendetwas hat mich immer gehindert. Ich wusste immer nicht: Wie geht das? Dabei wusste ich nicht, dass ich mich da reinfuchsen kann und dass das nicht wehtut. Es beißt nicht.

Wo bist du jetzt? Wie geht es dir damit?

Ich bin tatsächlich ganz woanders gelandet als gedacht. Ich habe einen Onlinekurs gelauncht.

Das hat sich einfach so entwickelt. Das hat als Nächstes angefangen, zu rufen. Da bin ich dann auch wieder über Dinge gestolpert auf meinem Weg. Ich habe gesehen, dass da jemand einen Onlinekurs anbietet, wie man Onlinekurse macht und habe gelernt, wie das geht.

Und dann kam dieser Wunsch, das auch zu machen. Da bin ich jetzt. Dass ich das mal mache, hätte ich nie gedacht. Also, ein Onlineprodukt zu haben.

Ich dachte, ich schreibe da was, die lesen das und gut ist es.

Wenn du die Zeit zurückdrehen könntest, würdest du dich nochmal dafür entscheiden, in diesem Bereich loszuprobieren? Würdest du Dinge anders machen?

Wie gesagt, ich würde es deutlich früher machen.

Und ich würde wahrscheinlich irgendwie anders, ich kann aber nicht sagen wie, mit Family and Friends umgehen. Es gibt ganz viele in der Familie, die das entweder nicht wissen oder die einfach nicht darüber reden. Viele finden das seltsam, dubios, weil sie nicht wirklich etwas damit anfangen können, was ich da mache.

Ich habe das aber auch so gelassen, das würde ich vielleicht anders machen. Ich habe nicht irgendwie gesagt: „Ja, komm, ich zeige dir das mal, das ist ganz toll.“ Sondern ich habe es gelassen, mich aber trotzdem nie so ganz wohl damit gefühlt. Es ist trotzdem ein Teil von mir und damit gehört er zu mir und entweder jemand akzeptiert das oder eben nicht.

Es gibt zwar, weil ich das von mir aus auch nicht thematisiere, keine Diskussionen darum. Aber tatsächlich hat mir eine liebe Freundin mal ordentlich gegen den Kopf gestoßen, weil sie mich gefragt hat, was das eigentlich soll und dass ich damit aufhören soll. Da wurde mir dann klar, dass sie gar nichts über mich begriffen hat. Und das tut dann wiederum natürlich ein bisschen weh. Wenn man sich dann fragt, ob man wirklich so viele Jahre parallel aneinander vorbei gelebt hat.

Auf der anderen Seite habe ich aber auch eine Freundin, die mir sagt: „Giulia, immer wenn du davon erzählst, dann blühst du auf. Du musst das machen.“

Was bedeutet Mut für dich? Glaubst du es braucht Mut, um loszuprobieren?

Nein, ich glaube nicht Mut. Ich glaube einfach Wille. Nur einfach so hinrotzen und nicht wollen bringt nichts. Und Spaß. Wenn es dir keinen Spaß macht, dann lass es sein. Aber Mut nicht unbedingt.

Welchen Rat würdest du Menschen geben, die den gleichen oder einen ähnlichen Weg gehen wollen wie du?

Machen. Machen, einfach machen. Auf den Bauch vertrauen und einfach machen. Ich glaube das ist das größte Problem bei ganz vielen.

Auch wenn man sieht, dass ganz viele andere auch sagen: „Ich hätte das schon viel früher machen sollen.“ Das ist dieser bekloppte Kopf, der uns immer wieder nicht das machen lässt, was wir eigentlich wollen. Das muss weg. Tschüss, brauchen wir nicht mehr.

Machen!


An dieser Stelle erst einmal ein großes Dankeschön an Giulia für das Teilen ihrer Losprobiert-Geschichte. Ich hoffe, sie konnte euch inspirieren, auch euren eigenen Weg zu gehen.

Du hast auch ein Thema, in dem du dich einfach mal getraut und losprobiert hast (oder losprobieren willst)? Möchtest du Anderen von euren Erfahrungen berichten und sie ermutigen, sich auch mal was zu trauen? Dann melde dich gerne bei mir und wir schauen gemeinsam, wie wir deine Geschichte am besten teilen können. Egal, ob du dich selbstständig gemacht hast, eine neue Sportart probiert hast, Lamas züchtest, im Backen deine neue Leidenschaft entdeckt hast oder etwas ganz anderes – alle Geschichten sind willkommen. Alle anderen bisher erschienenen Losprobiert-Geschichten findest du hier.

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Wer schreibt hier?

Sarah Osenberg

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