Losprobiert-Geschichten: Das eigene Thema in die (Online-)Welt bringen

Es ist Zeit für eine neue Losprobiert-Geschichte. Dafür habe ich mit Michaela Jacobs gesprochen. Michaela beschäftigt sich mit einem Thema, das sehr viele von uns (inklusive mir) sehr stark beschäftigt: Schlaf. Als sie letztes Jahr durch die Pandemie von einem Tag auf den anderen ihre Arbeit nicht mehr in gewohnter Weise fortsetzen konnte, hat sie sich entschieden, den Schritt in die Online-Welt zu wagen.

Um ihr Herzensthema wirklich voranzubringen, hat sie (genau wie ich) den SEO-Kurs von Jane von Klee gemacht und dort gelernt, wie sie mit ihrer Website sichtbarer wird. Im gleichen Zuge hat sie ein eigenes Schlafcoaching entworfen und ihre Rolle als Schlafberaterin noch einmal völlig neu definiert, um ihre Kund:innen bestmöglich zu unterstützen.

Ihr großes Ziel ist es, ihr Thema groß zu machen und immer mehr Menschen zu helfen, (wieder) einen guten Schlafrhythmus für sich zu finden. Mehr zu Michaelas Arbeit, ihrem Schlafcoaching und ihren frisch gegründeten und sehr lesenswerten Blog findet ihr auf ihrer Website.

In welchem Bereich hast du losprobiert und warum war dir das wichtig genug, dafür deine Komfortzone zu verlassen?

In mir hat immer gelebt, dass ich etwas für Menschen machen will, das war immer da. Ich habe schon einiges mit Menschen in meinem Leben gemacht. Manche Dinge sind dann für einige Zeit gut gelaufen, manche haben sich erübrigt, andere verändert.

Jetzt stand ich wieder vor der Frage, wie es weitergeht. Grundsätzlich ist mein Business seit vielen Jahren, dass ich Schlafplatzuntersuchungen mache. Ich gehe zu Leuten nach Hause und messe Elektrosmog und berate sie entsprechend. Jetzt kam Corona und ich konnte nicht mehr so zu den Leuten nach Hause gehen. Ich konnte auch keine öffentlichen Vorträge mehr halten, wie ich das bisher getan habe.

Vor Corona konnte ich auch mit dem Computer umgehen, ich hab Facebook und so, aber dass ich das als Medium benutze, um in die Welt zu kommen, das ist für mich relativ neu, das ist das eine.

Das andere ist das Business selbst. Ich habe überlegt, dass ich gerne wieder noch mehr für Menschen arbeiten will, abgesehen davon, dass ich nur hingehe, meine Messungen mache und wieder nach Hause gehe.

Ich bin ursprünglich gelernte Gartenbautechnikerin, also etwas ganz anderes. Und ich habe mir viele Gedanken gemacht, wie ich meine Begabungen mit Unterstützung für Menschen verknüpfen kann. Was hat mich mein Leben lang begleitet? Und mein Leben lang begleitet mich das Thema Schlaf.

Schon allein, weil ich selbst lange schlecht geschlafen habe. Dann kamen die Wechseljahre, da wurde es wieder irgendwie schwierig. Und das Thema Schlaf ist immer präsent gewesen. Das war auch immer ein Thema, was mich angefixt hat, wo ich viele tolle Sachen dazu gelernt und erfahren habe.

Und dann bin ich auf etwas gestoßen: Womit hat es grundsätzlich zu tun, dass wir schlafen? Das ist das, was ich auf meiner Website so propagiere, und was für viele so schwer verstehbar ist: Menschen, die schlafen, schlafen einfach, die machen nix. Die machen kein autogenes Training, sie machen keine Übungen vorher, die lassen nicht den Kaffee weg, die legen sich hin und schlafen.

Warum funktioniert das, und warum funktioniert’s bei anderen nicht? Das hat mich total begeistert. Daraus habe ich letztendlich das Schlaftraining entwickelt, das ich jetzt anbiete.

Da hat sich natürlich die Frage gestellt, ob das auch funktioniert, was in meinem Kopf so schön war? Also habe ich mir Probanden gesucht und gefragt, wer Lust hat, das Training mit mir mal für fünf Wochen zu machen. Ich habe das mit sehr unterschiedlichen Menschen ausprobiert, die auch von ihrer Schlafsituation ganz unterschiedlich unterwegs waren.

Und das war so überraschend, es hat erstaunlich gut funktioniert. So gut, dass ich gedacht habe, das will ich mehr in die Welt bringen.

Was waren deine konkreten ersten Losprobier-Schritte? Wie war der Anfang für dich?

Konkrete Schritte waren wie gesagt, dass ich mir Menschen gesucht habe, die das mit mir einfach mal ausprobieren. Menschen, die ganz unterschiedlich sind. Eine Frau, die schon seit vielen Jahren Schlaftabletten nimmt. Eine, die schon ihr Leben lang schlecht geschlafen hat und eine ältere Frau, die jetzt erst seit ein paar Jahren schlecht schläft. Ganz verschiedene Vorbedingungen.

Da habe ich auch Momente gehabt, in denen ich mich gefragt habe, ob ich das hinbekomme. Aber es hat total gut funktioniert und das begeistert mich, weil so viele Menschen schlecht schlafen und denen kann ich helfen.

Was waren dabei deine größten Erfolge?

Ein Erlebnis, das für mich sehr anspornend war, war erst vor kurzem. Ich arbeite noch für ein paar Stunden in einem Laden für Gardinen und Sonnenschutz. Und eines Tages sitze ich mit einer Kollegin, die ich sonst nur im Vorbeigehen sehe, im Aufenthaltsraum und erzähle ihr, dass ich mir gerade meine Selbstständigkeit aufbaue und mich mit dem Thema Schlaf beschäftige. Und diese Kollegin sagte mir, dass sie auch schlecht schläft. Sie hat im Internet gesucht und festgestellt, dass es tausend Tipps gibt, wie man besser schläft, aber nicht einen Menschen, der einen begleitet.

Das passte auch zu meiner Keyword-Recherche. Ich habe eine sehr intensive Keyword-Recherche gemacht und dabei auch festgestellt, dass es bei mir genau darum geht. Das, was ich eigentlich anbiete, das ist diese Begleitung, dieses „Wie setze ich das um?“, „Wie bleibe ich dran?“, „Wie falle ich nicht wieder zurück in einen alten Rhythmus, der mich wieder am Schlafen hindert?“

Das ist es, was ich eigentlich mache. Das war so ein Moment, in dem ich dachte: Genau!

Und das ist jetzt natürlich ein anderes Thema, aber für mich ist das auch ein Erfolg, dass ich diesen SEO-Kurs gemacht habe. Für mich war das eine Herausforderung, vor allem der Umgang mit den technischen Dingen. Mit manchen technischen Zusammenhängen habe ich mich schwergetan. Ich habe alles gelernt, aber ich habe für manches wirklich lang gebraucht.

Dass ich das jetzt so hingekriegt habe, wirklich so klar zu sagen: „Das ist das, was ich anbiete“, und meine Webseite auch genau das ausdrückt, ist ein Erfolg.
Ich habe jetzt meinen ersten Blogbeitrag eingestellt und bin schon dabei, meinen nächsten zu schreiben, das ist für mich auch ein Erfolg. Ein Erfolg im Sinne, da was bewegt zu haben und dass ich das so umsetzen konnte.

Was waren dabei deine größten Schwierigkeiten?

Eine Schwierigkeit in meinem Bereich ist es, Kundenfeedback zu bekommen. Die Leute geben mir zwar Feedback, das ich auf der Website veröffentlichen kann mit Vornamen und Wohnort. Aber die wenigsten Menschen, die zu mir kommen, sind bereit, das öffentlich zu machen. Dafür ist Schlaf einfach ein zu intimes Thema, als dass die Menschen das nach draußen bringen wollen.

Und das macht es schwer, ein authentisches Feedback zu bekommen. Aber das ist ja heute wichtig, damit ich sagen kann: Da haben andere etwas dazu gesagt. Viele Leute, mit denen ich arbeite, tun das nicht, weil sie das einfach nicht öffentlich machen wollen. Das finde ich schwierig.

Was hast du auf diesem Weg gelernt, was dich wirklich überrascht hat?

Wirklich überrascht hat mich, wie gut es funktioniert. Dass das wirklich komplett funktioniert hat, was ich auf den Weg gebracht habe. Das war ja so ein Luftballon, doch letzten Endes hat es funktioniert.

Bisher konnte ich immer nach diesen fünf Wochen (bzw. wenn ich merke es ist schwierig, dann hänge ich auch noch Zeit dran), sagen, dass es funktioniert hat. Mir ist ganz wichtig, dass die Menschen nach dem Coaching gehen können und wissen, wie sie schlafen können.

Endlich schlafen zu können, verändert unser Leben so tiefgreifend. Ich bin jedes Mal von Dankbarkeit erfüllt, wenn ich das bei meinen Klienten erleben kann.

Wo bist du jetzt? Wie geht es dir damit?

Ich kann sagen, dass ich auf dem Weg bin. Am Ziel wäre ich, wenn ich sagen könnte, ich habe ganz regelmäßig meine Kunden, das läuft so durch. Und das habe ich so noch nicht. Ich habe zwar meine Kunden, aber ich könnte gut noch ein paar mehr haben. So dass ich sagen kann, das wächst regelmäßig nach, da bin ich noch nicht. Aber ich bin gut auf dem Weg und ich würde mich irgendwo in der Mitte ansiedeln zwischen losgegangen und angekommen.

Mir geht es total gut mit dieser Entscheidung und mit dem, was ich gerade tue. Ich werde das auch weiter machen. Ich werde diesen Weg weiterverfolgen.

Für mich ist jetzt das nächste, meine Seite auch mit Facebook zu verbinden und zu gucken, wie ich meinen Blogartikel da so teilen kann. Alles in Schritten. Für den ein oder anderen ist das eine Selbstverständlichkeit, aber für mich ist das jedes Mal wieder eine Herausforderung, der ich mich stelle. Einfach zu sehen: Wie bringe ich es in die Welt?

Zwischenfrage: Ist das Ziel die ganze Zeit das gleiche geblieben?

Mit der Keywordrecherche habe ich darüber nachgedacht, was ich eigentlich anbiete, das die Leute sich nicht im Internet heraussuchen können.

Diese Frage kam dann irgendwann. Bei der Recherche ging es darum, was Menschen suchen, die nach „Schlaf“ suchen. Damit habe ich mich auseinandergesetzt und gesehen: Die Menschen suchen zum größten Teil Wissen und Tipps.

Dann dachte ich, ok, wenn ich jetzt auf meiner Seite das ganze Wissen veröffentliche, bin ich ja über – also mein Angebot sinnlos. Was ist dann mein Job? Mir wurden 2 Dinge klar:

  1. Dass ich mit den Menschen den Weg gehe. Für die, die es nicht schaffen, aus sich heraus einen Rhythmus zu finden, in dem sie schlafen können. Für all die, denen alle Tipps nicht so richtig weiterhelfen.
  2. Dass mein Wissen und meine Erkenntnisse „nachwachsen“. Alles was ich in meinem Blog oder an anderer Stelle veröffentliche, kann nie das Wissen ersetzen, das ich bei der persönlichen Begleitung von Menschen einsetze.

Diese Definition, dass ich der Begleiter für die Menschen bin, das hat sich erst aus den Keywords ergeben. Das ist der echte Unterschied zwischen allen Tipps zum Thema Schlaf und meinem Angebot.

Wenn du die Zeit zurückdrehen könntest, würdest du dich nochmal dafür entscheiden, in diesem Bereich loszuprobieren? Würdest du Dinge anders machen?

Ich würde das nochmal so machen, ja. Bevor ich diesen Kurs bei Jane gebucht habe, habe ich nochmal mit meinem Mann gesessen und überlegt: Entweder lege ich es jetzt weg, und mache nur das, was so kommt (die Leute, die so zu mir kommen über Mundpropaganda, wie es immer war) oder ich bewege jetzt nochmal wirklich was.

Ich mag gerne in Bewegung sein, und ich mag die Veränderungen und Chancen in meinem Leben. Wenn das jetzt der nächste Schritt ist, dann gehe ich diesen nächsten Schritt.  Und ich würde es wieder machen.

Weil ich einfach denke: Ich bin noch zu jung für die Rente. Ich habe noch was zu tun, ich will da was bewegen.

Was bedeutet Mut für dich? Glaubst du es braucht Mut, um loszuprobieren?

Mut ist ein wichtiges Thema. Mut bedeutet für mich immer auch, mich zu zeigen, so wie ich bin. Wenn ich mich zeige, bedeutet das auch, dass nicht jeder mich mag. Ich stoße nicht immer nur auf offene Türen und Zustimmung mit dem, was ich tue, auch das ist Mut.

Mut ist auch, sich auf etwas einzulassen, bei dem ich noch nicht weiß, ob es klappt.

Welchen Rat würdest du Menschen geben, die den gleichen oder einen ähnlichen Weg gehen wollen wie du?

Was es für mich unbedingt braucht, ist, dass ich mich für mein Thema begeistere. Ich glaube, dass heute kein Business funktioniert, wenn ich nicht wirklich für dieses Thema brenne. Sonst springt kein Funke über und dann wird das sehr schwierig. Das sollte man sich wirklich überlegen: Wo ist dieser Bereich, für den ich wirklich für brenne?

Und dann sollte man den Bereich, auf den man sich spezialisiert, auch nicht so riesig machen. Ich kenne das von vielen Bekannten, die denken: „Da kann ich auch noch hier und da ein bisschen was dazu machen“.  Aber nein: Ein Profi ist ein Profi für sein Metier und der kennt sich damit aus und das beherrscht er.

Und man braucht ein bisschen Atem. Ich glaube, dass wir dranbleiben müssen und dass es auf jeden Fall eine gewisse Geduld erfordert. Wenn ich mich entschieden habe, etwas zu machen, verfolge ich auch diese Richtung. Dann will ich nicht einfach nach zwei Monaten sagen: „Ach ne, doch nicht, und jetzt mache ich wieder was anderes.“  Sondern es ist wichtig, zu sagen: „Das ist meins, das kann ich vertiefen. Das beherrsche ich auch.“

Ich bin Profi für Schlaf (und wer schauen möchte, ob das was für ihn ist, der findet mich hier.)

An dieser Stelle erst einmal ein großes Dankeschön an Michaela für das Teilen ihrer Losprobiert-Geschichte. Ich hoffe, sie konnte euch inspirieren, auch euren eigenen Weg zu gehen.

Du hast auch ein Thema, in dem du dich einfach mal getraut und losprobiert hast (oder losprobieren willst)? Möchtest du Anderen von euren Erfahrungen berichten und sie ermutigen, sich auch mal was zu trauen?

Dann melde dich gerne bei mir und wir schauen gemeinsam, wie wir deine Geschichte am besten teilen können. Egal, ob du dich selbstständig gemacht hast, eine neue Sportart probiert hast, Lamas züchtest, im Backen deine neue Leidenschaft entdeckt hast oder etwas ganz anderes – alle Geschichten sind willkommen.

P.S.: Alle anderen bisher erschienenen Losprobiert-Geschichten findest du hier.

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