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Finanzielle Unabhängigkeit – Was und warum?

Posted in Vision

Wie ich ja schon mehrfach erwähnt habe, sind meine drei großen Ziele digitales Nomadentum, finanzielle Unabhängigkeit und ein nachhaltigeres Leben. Was digitales Nomadentum ist und wie ich es erreichen möchte, habe ich euch bereits erklärt. Heute dreht sich deshalb alles um die finanzielle Unabhängigkeit. Was ist das überhaupt, warum will ich das und was ist mein Plan?

Was bedeutet finanzielle Unabhängigkeit?

Ich gebe zu, irgendwie ist der Begriff finanzielle Unabhängigkeit schon irgendwie geeignet für’s Bullshit-Bingo. Momentan hört man diese Bezeichnung in allen möglichen Zusammenhängen von Frauen, die nicht auf das Einkommen ihres Mannes angewiesen sind, bis hin zum radikalen Verzicht auf fast alles, um in kürzester Zeit möglichst viel Geld sparen und investieren zu können.

Sicher haben all diese Definitionen ihre Berechtigung. Aber wenn ich persönlich von finanzieller Unabhängigkeit spreche, dann schließe ich mich der Definition von Finanzguerilla an: Ich möchte mir ein unabhängiges Einkommen aus mehreren voneinander unabhängigen Einkommensquellen aufbauen. Keine Angst: So kompliziert wie es klingt, ist es gar nicht.

Lasst uns zunächst einmal mit der Basis beginnen. Welche Einkommensquellen gibt es denn überhaupt? Laut Steuergesetzen in Deutschland gibt es sieben verschiedene Möglichkeiten, Einkommen zu beziehen:

  • Land- und Forstwirtschaft
  • Gewerbebetrieb
  • selbstständige Arbeit
  • nichtselbstständige Arbeit
  • Kapitalvermögen
  • Vermietung und Verpachtung
  • Weitere Einkünfte

Das könnt ihr in eurer Steuererklärung oder einfach in diesem Artikel von Finanztip.de nachschauen.

Ich hoffe es ist selbsterklärend, warum jemand, der sein gesamtes Einkommen aus nur einer Einkommensquelle bezieht, von eben dieser Quelle finanziell abhängig ist. Klassisches Beispiel: Du bist Vollzeit-Angestellter in einer Firma und bekommst monatlich dein Gehalt. Wenn du deinen Job verlierst oder dich entschließt zu kündigen, bricht dein gesamtes Einkommen weg (das deutsche Sozialsystem lassen wir an dieser Stelle mal außen vor).

Gegenbeispiel: Du hast einen Teilzeit-Job und verdienst nebenbei noch Geld, indem du selbst gemachte Marmelade auf dem Markt verkaufst. Außerdem besitzt du eine Ferienwohnung in Spanien, die du an Urlauber vermietest. Wenn dir jetzt eine dieser Quellen wegbricht, kommst du vielleicht immer noch ins Straucheln, aber der Effekt ist deutlich abgemildert. Hast du irgendwann so viele verschiedene Einkommensquellen, dass es dich gar nicht mehr stört, wenn eine davon wegbricht, dann bist du finanziell unabhängig.

Finanzielle Unabhängigkeit - Ein Bild aus dem Flugzeug als Symbol für Freiheit
Manchmal lohnt sich ein Perspektivwechsel. Zum Beispiel auch für unsere finanziellen Glaubenssätze, wie z.B. „Du brauchst einen sicheren Job, um finanziell gut dazustehen“

Wie funktioniert finanzielle Unabhängigkeit?

Das klingt ja alles schön und gut, aber wie genau soll das denn jetzt funktionieren? Das Geheimnis ist passives Einkommen. Moment mal, passives Einkommen? Wie soll das denn funktionieren?

Auch das ist eigentlich ganz einfach. Der Begriff „passiv“ bedeutet dabei nicht, dass diese Art von Einkommen keine Arbeit macht. Aber der wesentliche Unterschied zur aktiven Arbeit ist, dass der Ertrag, also das Geld, das du bekommst, nicht vom Zeiteinsatz abhängt.

Zu kompliziert? Lass mich wieder mit Beispielen arbeiten. Wenn du als Angestellter auf Arbeit gehst, dann bekommst du in der Regel Geld für jede Stunde, die du arbeitest. Ergo: Wenn du viel arbeitest, bekommst du viel Geld, wenn du wenig arbeitest, wenig Geld.

Gegenbeispiel: Du schreibst einen Bestseller. Damit hast du für eine begrenzte Zeit bis zur Veröffentlichung vermutlich einen sehr hohen Zeiteinsatz. Ist das Buch aber einmal veröffentlicht, bekommst du Geld für jeden Verkauf. Damit sicherst du dir ein monatliches Einkommen, das völlig unabhängig davon ist, ob und wie viel du arbeitest, krank bist oder Urlaub machst.

Wer clever ist, nutzt die gewonnene Zeit dazu, weitere passive Einkommensquellen zu schaffen und damit die Einkommensquellen weiter zu diversifizieren. Wenn irgendwann dein Bestseller kaum noch gekauft wird, ist das gar nicht so schlimm, weil du in der Zwischenzeit noch zwei weitere Bücher und einen Onlinekurs veröffentlicht hast usw.

Dabei gibt es übrigens ganz verschiedene Möglichkeiten, sich ein passives Einkommen aufzubauen. Investments (in Aktien, Immobilien, etc.) sind dabei ebenfalls eine gute Möglichkeit. Hat man sich einmal eingehend mit dem Thema beschäftigt und weiß, was man tut, kann man sich auf diese Weise relativ einfach ein passives Einkommen aufbauen. Frugalisten setzen zum Beispiel darauf, die eigenen Lebenshaltungskosten so niedrig wie möglich zu halten, um so viel Geld wie möglich investieren zu können. Damit planen sie in relativ kurzer Zeit finanziell unabhängig bzw. finanziell frei zu werden.

Die totale finanzielle Unabhängigkeit wird oft auch als finanzielle Freiheit bezeichnet. Also der Moment, in dem dein passives Einkommen ausreicht, um deinen Lebensunterhalt zu decken und du nicht mehr darauf angewiesen bist, für Geld zu arbeiten. Ob du das dann wirklich tust, darfst du frei entscheiden, denn genau das ist ja gerade das Schöne an der Freiheit.

Warum will ich finanziell unabhängig werden?

Soweit die Theorie. Aber wie genau stelle ich mir das vor? Warum will ich das unbedingt?

Auch mit diesem Thema ging es mir, ähnlich wie mit dem digitalen Nomadentum, so, dass ich mir schon vorher viele Gedanken zu diesem Thema gemacht hatte. Ich wusste, dass ich finanzielle Unabhängigkeit will noch bevor ich wusste, dass das so heißt. Unabhängigkeit und die Fähigkeit, selbst über mein Leben zu entscheiden, waren mir schon immer sehr wichtig. Und irgendwie war es da nur logisch, dass das auch das Thema Finanzen und Geld betreffen sollte.

Wenn du mir schon länger folgst, wird dich wohl kaum überraschen, dass es letztlich Madame Moneypenny war, die mich restlos für das Thema begeistert hat. Natascha hat es sich zur Mission gemacht, Frauen in die finanzielle Unabhängigkeit zu führen und unzählige hilfreiche Tipps und Ressourcen zum Thema veröffentlicht. Damit war der Grundstein für mich gelegt und dem Weg in die finanzielle Unabhängigkeit stand nichts mehr im Wege.

Spätestens, als ich meinen Job gekündigt habe, um nach Indien zu gehen, war das Thema für mich topaktuell. Mit dem Ziel der Ortsunabhängigkeit war ein diversifiziertes Einkommen nicht länger eine nette Idee, sondern notwendig, um mir mein Traumleben zu ermöglichen. Damit war es auch an der Zeit, dem Kind einen Namen zu geben und mich näher mit dem Thema zu befassen.

Symbolbild finanzielle Unabhängigkeit: Blick über das Bug eines Schiffs aufs Meer.
Auf in neue Gewässer – Auch wenn ich nicht alle Schritte auf dem Weg zur finanziellen Unabhängigkeit kenne, ist das Ziel trotzdem klar.

Wie will ich finanziell unabhängig werden?

Der Weg in die Selbstständigkeit ist dabei nur ein ganz kleiner erster Schritt auf einem langen Weg. Denn auch hier wird mein Einkommen zunächst aktiv, d.h. direkt an meinen Zeiteinsatz gekoppelt sein. Aber ich kann frei entscheiden, für wen und welche Projekte ich arbeite und plane auch fest damit, möglichst bald mit Paket- statt Stundenpreisen zu arbeiten. Ein weiterer Schritt wird sein, mich intensiv mit ETFs und Co auseinanderzusetzen und einen Teil meines Geldes zu investieren.

Und auch wenn ich mich in keinster Weise als Frugalistin bezeichnen würde, werde auch ich versuchen meine (Fix-)kosten so gering wie möglich zu halten. Nur weil ich mir etwas leisten kann heißt das noch nicht, dass ich es mir auch leisten muss. Denn je geringer die Ausgaben, desto einfacher ist es, diese durch verschiedene Einkommensquellen abzudecken und desto schneller komme ich an den Punkt, in dem mein passives Einkommen meine Lebenskosten deckt. Logisch, oder?

Wie gesagt, wie bei allen meinen Zielen stehe ich hier noch ganz am Anfang. Aber ich möchte diesen Weg gehen und ich möchte euch dabei mitnehmen, was für mich funktioniert und was nicht. Vielleicht merke ich auch, dass mir das gar nicht liegt und ich mich in einem scheinbar sicheren Angestellten-Job trotzdem wohler fühle. Aber das werde ich nur herausfinden, wenn ich … losprobiere.

Ist finanzielle Unabhängigkeit für dich ein Thema? Was hältst du davon?

4 Comments

  1. Finanzguerilla

    Hallo Sarah,

    Viel Erfolg mit deinem neuen Blog-Projekt!

    Immer wieder finde ich es toll, wenn sich vor allem auch das weibliche Geschlecht entgegen bestehender Vorurteile mit den Themen Unabhängigkeit und Finanzen beschäftigt. Ich hoffe, dass es dir gelingt, möglichst viele (junge) Frauen zu erreichen und ihnen als Inspiration zu dienen.

    Riesigen Daumen hoch und weiterhin alles Gute!

    Andy
    Finanzguerilla.de

    • Sarah

      Hallo Andy,

      vielen Dank für deinen lieben Kommentar, das freut mich sehr. Ich denke so langsam (nicht zuletzt dank Seiten wie deiner) kommt das Thema bei immer mehr (jungen) Frauen an und ich werde auf jeden Fall mein Bestes geben, auch meinen Teil dazu beizutragen 🙂

      Schöne Grüße
      Sarah

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